Nein zum Riesen-Einkaufscenter – Fachleute stärken CDU-Position
„Ein Einkaufszentrum für Osnabrück ist nur in einer Größenordnung von 12.000 m² verträglich“, so stelle Dr. Pump-Uhlmann, Architekt und Bauhistoriker, auf der öffentlichen Fraktionssitzung der CDU fest. „Man kann die Errichtung eines Einkaufszentrums mit einem Dünger vergleichen. Wenn dieser Dünger nur in eine Ecke des Rasens verteilt wird, kommt es dort zu erheblich gutem Wachstum des Rasens. Andere Ecken veröden jedoch. So kann man dieses auch mit einem Einkaufszentrum sehen“, so Pump-Uhlmann weiter. Neben ihm auf dem Podium haben Dirk Kolkmeyer, als Vertreter des Einzelhandels in der Stadt, Dirk Lührmann, Osnabrücker Makler, Architekt und Wirtschaftsingenieur und der Fraktionsvorsitzende der CDU, Dr. E. h. Fritz Brickwedde, diskutiert.

(v. l. n. r.) Dirk Kolkmeyer, Katharina Pötter, Dr. E. h. Fritz Brickwedde, Dirk Lührmann, Dr. Holger Pump-Uhlmann
Lührmann warnte davor, den Angaben des Cima-Gutachtens ohne Überlegungen zu vertrauen. „Die Verantwortlichen eines solchen Centers haben immer die passenden Antworten“, so Lührmann. Um seine These zu unterstreichen, hatte Lührmann seine Kritik an den Center-Entwicklern in einer Broschüre auf 50 Seiten zusammengetragen. Unter Anderem sind dort Erläuterungen zu einigen Passagen aus dem Cima-Gutachten zu finden und des Weiteren auch genaue Schilderungen aus anderen Städten, wie zum Beispiel der Stadt Hamm (Westf.). Hier hat ein ähnliches Center die ehemaligen 1a-Lagen in deutlich schlechtere Lagen umgewandelt. Leerstände sind die Folge gewesen. „Die Fluktuation in solchen Städten ist deutlich spürbar, eine Stadt ähnelt der anderen. Hier muss die Stadt Osnabrück genau darauf achten, ob sie ihr charakteristisches Merkmal behalten oder Leerstände und Ausverkäufe riskieren möchte“, so Lührmann weiter. Bei einem Bau eines XXL-Centers erwartet Lührmann Leerstände in einer Größenordnung von mehr als 15.000 m². „Große innerstädtische Umverteilungen werden die Folge sein. Viele Leerstände und Pleiten sind beim Bau eines XXL-Centers zu erwarten“, so Pump-Uhlmann ergänzend.
Dirk Kolkmeyer unterstützte die Sichtweise von Lührmann und Pump-Uhlmann. „Viele Einzelhändler, sowie die Mitarbeiter befürchten, bei einem Bau eines Shopping-Centers in einer Größenordnung von mehr als 22.000 m², Leerstände und den Verlust sicherer Arbeitsplätze“, so Kolkmeyer.
Mehr als 150 Gäste lauschten der Diskussion im Osnabrücker Rathaus und hatten die Möglichkeit, Sorgen und Bedenken zu äußern und selbst mitzudiskutieren. Die Stimmungslage bei vielen Gästen war eindeutig: Sie wollen kein XXL-Center. So machte Dr. E. h. Fritz Brickwedde (CDU) deutlich: „Die CDU hat sich klar positioniert, wenn ein Einkaufscenter, dann nur in einer Größenordnung von 12.000 m². Wir wollen Leerstände und Pleiten verhindern. Osnabrück muss seinen ganz eigenen Charakter behalten. Die Bürgerinnen und Bürger haben am 11. September die Möglichkeit, darüber zu entscheiden. Mit der Osnabrücker CDU bleibt Osnabrück eine lebendige Stadt.“

