An Schulvorstand und Schulelternrat Bertha-von-Suttner-Realschule, Erich-Maria-Remarque-Realschule, Wittekindrealschule, Stadtelternrat

Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank für Ihre Schreiben vom 16.06.2019 und 17.06.2019, mit dem Sie sich zu den Planungen der Stadt Osnabrück zur weiteren Schulentwicklung im Sekundarbereich I äußern.

Zunächst begrüßen wir Ihr Engagement für den Erhalt Ihrer Schulen. Wir haben großen Respekt vor Ihrer Arbeit und Ihrem Einsatz und können es sehr gut nachvollziehen, dass Sie sich für den Erhalt der von Ihnen geschätzten Schulform Realschule einsetzen. Wir respektieren Ihre Sicht, wenngleich wir darauf hinweisen, dass die Forderung und Erwartung einer möglichst homogenen Schülerschaft an einer Schule schon lange nicht mehr der Realität entsprechen; wenn es überhaupt je so war. Seit Jahren können wir den Aufnahmezahlen entnehmen, dass an den Realschulen Schülerinnen und Schüler aus den Leistungsgruppen 1,2 und 3 aufgenommen werden. Und selbst innerhalb der Leistungsgruppen gibt es große Unterschiede, bei vielen Kindern gibt es individuelle, fachspezifische Stärken und Schwächen. Daher wird von allen Schulen erwartet, ein schülerorientiertes Angebot zu machen, um die individuellen Stärken und Schwächen zu fordern und zu fördern.

Wenn Sie nur die Realschulen in den Blick nehmen, dann können wir Ihre Binnensicht sehr gut nachvollziehen. Wir Ratsmitglieder und die Verwaltung der Stadt als Schulträger aber haben das gesamte Schulsystem zu betrachten und müssen sicherstellen, dass die gerade dargestellte Förderung und Forderung an allen städtischen Schulen gewährleistet ist.

Wir sind in der Verantwortung auch für die Kinder an unseren Hauptschulen zukunftsfähige Systeme zu schaffen. Daher haben wir verantwortlichen Schulpolitikerinnen von CDU, SPD und Grünen, unter Beteiligung von Stadtelternrat und Schulvertreter*innen, in einem Arbeitskreis der Schulverwaltung zur Schulentwicklung lange diskutiert, wie eine bestmögliche Lösung zu finden sei. Zu diesem Zweck fanden umfangreiche Gespräche mit allen beteiligten Schulleiter*innen, Stadtelternratsvertreter*innen, Eltern und Schülervertreter*innen statt. Des Weiteren haben wir uns intensiv über die Arbeit der schon bestehenden Oberschulen vor Ort informiert.

Schon im Januar 2018, also vor eineinhalb Jahren, hatte dann der Rat der Stadt Osnabrück in öffentlicher Sitzung beschlossen, die Umwandlung aller Realschulen zu Oberschulen durch die Verwaltung prüfen zu lassen. Das Ergebnis dieser Prüfung ist wiederum allen Beteiligten vorgestellt worden und mündete in die Ihnen bekannte Vorlage zur Schulentwicklung im SEK-I-Bereich.

Wir sind davon überzeugt, dass die engagierte Arbeit, die in den Realschulen derzeit geleistet wird, auch wegen der deutlich besseren Ausstattung einer Oberschule (z. B. mit Differenzierungsräumen und integrierenden Angeboten, Absenkung des Klassenteilers, Erhöhung der Lehrerstundenzuweisung und Sozialpädagog*innen) dort erfolgreich fortgeführt und weiter entwickelt werden kann.

Aus dieser Überzeugung heraus sind wir bereit zusätzliche Investitionen in Höhe von 68 Millionen Euro vorzunehmen. Die räumliche Schulentwicklung wird selbstverständlich in Zusammenarbeit mit der jeweiligen Schule geplant und umgesetzt. Die konzeptionelle Ausrichtung der einzelnen OBS beschließt nicht der Schulträger, sondern die Schule selbst.

Wenn Sie schreiben, der Elternwille sei uns nichts mehr wert und wäre unbeachtet geblieben, so entspricht das insofern nicht den Tatsachen, als dass der Stadtelternrat stets eingebunden gewesen ist und dessen Vorschläge aus dem August 2017 auch in den Ratsbeschluss im Januar 2018 vollständig eingeflossen sind. Wir können daher nicht verstehen, weshalb Ihre Reaktion erst jetzt erfolgte, wo doch schon im Januar 2018 ein entsprechender Beschluss gefasst worden war.

Außerdem bleibt zu bemerken, dass alle Schüler und Schülerinnen, die derzeit eine Realschule besuchen ihren Abschluss auch an dieser erreichen können. Die Oberschulen werden aufsteigend ab Klasse 5 errichtet.

Wir appellieren an Sie, die positiven Veränderungen im gesamten SEK-I-Bereich anzuerkennen und daran mitzuwirken, dass die jetzt zur Entscheidung anstehenden Änderungen im Interesse aller Schüler und Schülerinnen unserer Stadt erfolgreich umgesetzt werden.

Mit freundlichen Grüßen

Heidrun Achler (SPD-Fraktion), Thomas Klein (GRÜNE-Fraktion), Petra Knabenschuh (CDU-Fraktion), Brigitte Neumann (CDU-Fraktion), Birgit Strangmann (GRÜNE-Fraktion)

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