Dr. E. h. Fritz Brickwedde

CDU-Fraktion betont, es ist nach ausführlicher Debatte ein einstimmiger Beschluss im Kulturausschusses am 23.11.2017 gefasst worden, ein Hans-Calmeyer-Haus einzurichten

„Die Behauptung des Grünen Ratsmitgliedes Thomas Klein, der Beschluss für ein Hans-Calmeyer-Haus sei ohne inhaltliche Debatte gefasst worden und es handele sich nur um einen Arbeitstitel, entbehrt jeder Grundlage und entspricht nicht der Wahrheit.“ Mit diesen Worten kommentiert CDU-Fraktionsvorsitzender Fritz Brickwedde den Artikel der NOZ zur Bewertung des Osnabrücker Rechtsanwalts Hans Calmeyer, der nachweislich mindestens 3.000 Juden vor der Vernichtung gerettet habe.

Im Finanzausschuss des Rates am 14.11.2017 habe es eine Diskussion zum Hans-Calmeyer-Haus gegeben. Der CDU-Antrag sei fraktionsübergreifend begrüßt worden. In der Verwaltungsvorlage für den Kulturausschuss am 23.11.2017 und die Ratssitzung vom 5.12.2017 habe es unter der Überschrift „Die Villa Schlikker wird zum Hans-Calmeyer-Haus“ eine Begründung gegeben, aus der hervorgeht, dass es nie um eine Heroisierung Calmeyers gegangen sei. „Der Osnabrücker Hans Calmeyer arbeitete als Referent für die nationalsozialistische Verwaltungsstruktur, rettete dabei jedoch etwa 3.000 bis 5.000 Juden. Die israelische Holocaust – Gedenkstätte Yad Vashem zählt ihn zu den Gerechten unter den Völkern. An seinem Beispiel lässt sich lernen, wie auch in Zeiten der Unterdrückung Handlungsspielräume für Zivilcourage bleiben,“ heiße es in der Vorlage.

In der Sitzung des Kulturausschusses am 23.11.2017 wurde zum Hans-Calmeyer-Haus ausführlich diskutiert. Das Protokoll verzeichne drei Seiten zu diesem Thema und dabei sei es nicht um Geld, sondern um Inhalte gegangen. Es sei auf die wissenschaftlichen Publikationen von Peter Niebaum, Mathias Middelberg, Joachim Castan und Petra van den Boomgaard hingewiesen worden, die sich ausführlich und differenziert mit Calmeyer auseinandergesetzt hätten.

Einstimmig habe der Kulturausschuss der Umbenennung der Villa Schlikker in Hans- Calmeyer-Haus zugestimmt und sich für eine neue, moderne interaktive Ausstellung zu Hans Calmeyer eingesetzt, „die dem aktuellen Forschungsstand entspricht und vor allem junge Menschen anspricht.“ Eine Zusammenarbeit mit den Niederlanden sei anzustreben, so der einstimmige Beschluss. Dieses Ergebnis ausführlicher Diskussionen und Abwägungen in den Fachausschüssen und in der Verwaltung sei dann vom Rat am 5.12.2017 einstimmig bestätigt worden.

Es sei absolut üblich, dass bei einstimmigen Empfehlungen der Fachausschüsse der Rat nicht mehr erneut in Debatten einsteige.

Auch die Auffassung des Strafverteidigers Klein könnten in der geplanten Ausstellung diskutiert werden. Calmeyer sei in einem Unrechtsstaat seinem Gewissen gefolgt und habe mit seiner Sabotage der totalitären Diktatur viele Menschenleben gerettet.

Ihn heute mit den Maßstäben eines freiheitlichen Rechtsstaates zu messen, sei unhistorisch, so Brickwedde. „Man stelle sich einmal vor, Stauffenberg wäre nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 ins Ausland geflohen und hätte überlebt. Hätte man ihn dann der strafrechtlichen Logik Kleins folgend, nach dem Krieg vor Gericht gestellt, weil bei dem Attentat vier Menschen starben?“ Das sei absurd, so die CDU-Fraktion.

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